Mit der Übergabe eines Einsatzleitwagens an die Technische Einsatzleitung des Landkreises Freiberg und der Unterzeichnung einer Kooperationsvereinbarung zwischen dem Landkreis und dem Feuerwehrrettungskorps Usti n. Labem durch den Landrat des Landkreises Freiberg, Volker Uhlig, und dem Oberst des Feuerwehrrettungskorps Jaroslaw Novotny am 27. März 2008 schlägt der Landkreis ein neues Kapitel in der grenzüberschreitenden Gefahrenabwehr auf. Denn der neue Einsatzleitwagen (ELW 2), der künftig die Technische Einsatzleitung (TEL) als Führungsinstrument unterstützen wird, soll im Falle eines Falles deutsche und tschechische Katastrophenschützer und Einsatzkräfte zusammenführen und ein abgestimmtes Handeln dieser ermöglichen. Dabei ist den deutschen wie tschechischen Katastrophenschützern vor allem bewusst, dass in „Friedenszeiten" gemeinsam geübt werden muss, damit bestimmte Gefahrenszenarien im Ernstfall auch bewältigt werden können. Und so legt die Kooperationsvereinbarung nicht nur Grundzüge für den grenzüberschreitenden Einsatz des Fahrzeuges im Ernstfall fest, sondern verankert vor allem auch die Bereitschaft der beiden Kooperationspartner künftig gemeinsam zu üben.
Doch um diese Arbeit mit Leben zu erfüllen, sind wichtige Vorarbeiten erforderlich. So überlegen sowohl die deutschen als auch tschechischen Katastrophenschützer, wie sie die Arbeit der Rettungsleitstellen in Freiberg und des Feuerwehrkorps aufeinander abstimmen können, wie die Anfahrtswege effektiv gestaltet werden können und wie gemeinsame Sicherheitspläne aussehen könnten.
Die unterschiedliche Sprache betrachteten sowohl der Landrat als auch der Oberst nicht als das große Problem.
Sowohl die tschechischen als auch die deutschen Einsatzkräfte seien Profis auf ihrem Gebiet und die Verständigung habe im Grenzgebiet meistens geklappt", meinte der Landrat. Für ihn stellt das mobile Führungsfahrzeug vor allem eine neue Qualität im Katastrophenschutz dar. Denn es verringe die Zeitdauer für die Herstellung der Einsatzbereitschaft der Technischen Einsatzleitung beträchtlich und ermögliche eine rasche Kontaktaufnahme mit allen anderen in die Katastrophenabwehr eingebundenen Hilfskräfte, so auch des DRK, der Polizei oder des Katastrophenschutzstabes. Vor allem nach dem Hochwasser 2002 habe der Landkreis daher mit Nachdruck an der Anschaffung dieses Führungsfahrzeuges gearbeitet", meinte der Landrat.
Vor allem Fördermittel aus der Gemeinschaftsinitiative INTEREG III A ermöglichten dem Landkreis eine Finanzierung des
284 000 Euro teuren Fahrzeuges und einer dazu passenden Garage. Insgesamt kostete die Maßnahme rund 410 000 Euro. Rund 128 000 Euro stellte dabei der Landkreis aus seinem Kreishaushalt zur Verfügung.
Daten des Einsatzleitwagens 2
Fahrgestell auf MAN
Diesel; 132 KW
Zulässiges Gesamtgewicht: 10.000 kg
Aufbau
Fahrerhaus mit Liege
Kofferaufbau - Zwei Arbeitsräume
1. Fernmelderaum mit 3 PC Arbeitsplätzen
2. Besprechungsraum für 6-8 Mitarbeiter
Was ist die Technische Einsatzleitung?
Die TEL führt und leitet die eingesetzten Kräfte und Mittel bei Katastrophen,
Großschadenslagen sowie größeren Schadensereignissen. Sie ist der verlängerte Arm der Katastrophenbehörde am Einsatzort und nimmt deren Befugnisse wahr.
Sie sichert die fernmeldetechnische Führung der Einheiten und anderer
eingesetzter Kräfte und Mittel ab und ist Bindeglied zwischen Leitstelle, Informations- und Kommunikationsstelle
Hauptaufgabe der TEL:
- Ergreifung von Maßnahmen zur Abwehr der bestehenden Gefahren
und zur Begrenzung der Schäden
- wirkungsvoller Einsatz der Einsatzkräfte
- schnelle Beurteilung und Erfassung der Lage
- reibungsloses Funktionieren der gesamten Einsatzleitung
- abgestimmtes und einheitliches Führungssystem